Grundlagen der Ernährung


Diese Seite soll nicht die eine oder andere Fütterungsart empfehlen oder abwerten, sondern ist rein sachlich und dient dem Zwecke der Information, wobei Vor- und Nachteile aufgezeigt werden. Jeder Hund ist individuell und somit muss auch die Fütterung für jeden einzelnen Hund individuell angepasst werden.


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Die Basis – Gesunde Ernährung für Hunde

Ernährung für Hunde

Sobald der Hund zu uns kommt, kann er nicht mehr Leben, wie es die Natur für ihn vorgesehen hat. Wir werden schnell dazu verleitet unsere Vorstellung von einem guten Leben auf den Hund zu übertragen. Im Glauben das Beste für unseren vierbeinigen Freund zu tun, greifen wir auf unsere menschlichen Erfahrungen zurück und wenden diese bei unseren Hunden an. Der Hund ist aber ein Tier mit ganz anderen Bedürfnissen als der Mensch. Um diesen gerecht zu werden, ist es wichtig, Informationen über ihn zu sammeln und anzuwenden. Es liegt in unserer Verantwortung, seine tierischen Bedürfnisse zu erfüllen und besonders für artgerechte Bewegung, gesunde Ernährung, genügend Wasser zum Trinken, ausreichend Schlaf und Erholung, unterstützendes Umfeld und gute Pflege zu sorgen.

Eine wichtige Grundlage ist die Ernährung.

Da unsere Hunde inzwischen an den gleichen Krankheiten wie wir Menschen leiden, ist es notwendig die Gründe dafür genauer zu untersuchen.

Die meisten Krankheiten sind Stoffwechsel bedingt:

  • Krebs
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Erkrankungen der Harnorgane
  • Haut- und Fellerkrankungen
  • Allergien
  • Neurologische Erkrankungen
  • usw.

 

Das bedeutet, dass wir Einfluss auf die Gesundheit unserer Vierbeiner über die Ernährung ausüben können. Hunde, welche mit einem hochwertigen Futter ernährt werden, haben ein gesundes Magen-Darm-System. Dadurch wird ihr Immunsystem leichter mit Viren, Bakterien, Pilzen, Umweltgiften und Chemikalien fertig. Eine chemische Analyse des Futters ist nicht ausreichend, um zu entscheiden, ob der Hund damit genug versorgt wird. Die Inhaltsstoffe müssen für den Stoffwechsel bioverfügbar sein, dass heißt, sie müssen dem Körper in der Form vorliegen, dass er sie verwerten kann. Ein Beispiel: Fehlt dem Körper Kalzium und wird dieses in Pulver oder Tabletten dem Hund zum Fressen gegeben, wird es vom Körper zwar aufgenommen und ist auch im Blut nachweisbar, aber die Zellen können diese chemisch hergestellten Moleküle nicht in den Zellen aufnehmen.

Fazit: Die Qualität und Herkunft des Futters und die Art und Weise, wie unsere Vierbeiner gefüttert werden, bilden die Grundlage für ein gesundes, langes und zufriedenes Leben unserer Tiere. 

 


Deklaration und Inhaltsstoffe

Was steht auf der Futterpackung?


Deklaration
Die Deklaration auf der Futterpackung ist Pflicht und muss den Richtlinien des Landes entsprechen, in denen das Futter hergestellt wird. Also unterliegt Futter aus anderen Ländern nicht den CH-Richtlinien und wird nur ins Deutsche übersetzt! Die Angaben in Prospekten, im Internet oder am Telefon sind freiwillig und unterliegen keiner Kontrolle! Aus der Deklaration kann man nur sehr bedingt auf die Qualität des Futters schließen, die Analyse gibt weitere Hinweise. Sie ist allerdings nicht Pflicht! Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss aufgeführt werden. Je länger ein Futter im Regal liegen darf, desto mehr Konservierungsstoffe sind zugesetzt! Eine gute Alternative ist der Versandhandel, da die Ware frisch geliefert wird und nicht lange im Geschäft gelagert wird. Aussagen über die Herstellung und Bearbeitung stehen üblicherweise nicht auf der Verpackung, sie sind aber für die Qualität sehr wichtig. Je besser das Futter, desto mehr Angaben werden freiwillig gegeben und es muss nichts weggelassen oder hinter schwierigen Beschreibungen versteckt werden.


Zusammensetzung
In der Zusammensetzung werden die einzelnen Zutaten aufgeführt. Alle gelisteten Zusatzstoffe wie Vitamine, Aminosäuren usw. sind künstlich zugegeben, wobei nicht ersichtlich wird, welche Konservierungsstoffe, Antibiotika, Pestizide usw. schon in den Ausgangsstoffen enthalten waren. Diese müssen nicht offen gelegt werden. Die tatsächlich enthaltenen Vitamine und Spurenelemente aus den Zutaten werden nicht unter der Zusammensetzung aufgeführt. Es sind nur die synthetisch hergestellten Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren ersichtlich.



Verschiedene Arten der Deklaration


Offene Deklaration
Die einzelnen Inhaltsstoffe werden in absteigender Reihenfolge ihrer Gewichtsanteile aufgeführt. Die Hersteller dürfen aber verschiedene Formen eines Stoffes getrennt angeben, das bedeutet, dass z.B. das Fleisch an erster Stelle aufgeführt wird, obwohl Getreide tatsächlich einen viel höheren Anteil einnimmt (unterteilt in gemahlener Mais, Maiskleber, Weizenfuttermehl, Weizen usw.). Auch sind die Komponentenbezeichnungen nicht eindeutig. Was genau ist Geflügelmehl oder tierisches Eiweiß? Vorsicht bei den Antioxidantien und Konservierungsstoffen. Sie werden hinter Bezeichnungen EG-Zusatzstoff xy oder Antioxidantien xy legal versteckt. Auch synthetische Vitamine E und C oder Beta-carotin sind Antioxidantien! BHA, BHT, Ethoxyquin usw. können nachweislich gesundheitsschädlich sein.


Geschlossene Deklaration
Die Zutaten werden in Gruppen zusammengefasst. Weizen, Reis, Mais und andere Getreide werden als Getreide aufgeführt. Sind auch Kleber, Nachmehle usw. enthalten, heißt die Gruppe Getreide und pflanzliche Nebenprodukte. Genauso verhält es sich beim Fleisch, Fisch, Milch usw., also Fleisch oder Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Milch oder Milch und Molkereinebenprodukte usw. Die Art der Deklaration sagt nur etwas über die Mengenanteile aus, aber nichts über die Art und Qualität der verwendeten Zutaten.

Inhaltsstoffe

Der Gehalt an Inhaltsstoffen wird durch die chemische Analyse des Futters gewonnen. Sie werden in Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Rohasche angegeben. Die einzelnen Werte unterliegen Toleranzgrenzen (Anpassung des Futtermittelrechts auf EU Standard!), so dass die angegebenen und die tatsächlichen Mengen im Futter stark voneinander abweichen können. Auch sagen die Werte dieser Angaben nichts über die Qualität und die Verwertbarkeit des Futters aus. Es ist für die Gesundheit des Hundes ein großer Unterschied, ob z.B. "Huhn" von Batteriehühnern oder frei lebenden Tieren stammt oder ob "Rind" aus Tiermehl oder von geschlachteten Tieren kommt.

Rohprotein
Dies sind die stickstoffhaltigen Bestandteile im Futter, also Eiweiße. Diese Eiweiße können aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen. Auch fallen hierunter Klärschlamm, Klauen, Federn, Tiermehl, usw. Die Bausteine der Eiweiße sind für den Hund von großer Bedeutung, sie sind im Gewebe, im Fell, in den Bänder, in den Knorpeln und sind verantwortlich für Transport, Regulation und Wachstum. Leider werden oft Proteine aus zweifelhafter Herkunft verwendet, da sie billig am Markt zu bekommen sind.

Rohfett
Auch bei Fetten gibt es wieder tierische und pflanzliche. Sie werden unterteilt in gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Auch hier erkennt der Verbraucher wieder nicht die Qualität der Fette. Minderwertige Fette können zu Leberschäden und in der Folge zu Herz-Kreislauf- Erkrankungen führen. Sie dienen dem Transport von Nährstoffen, dem Schutz von Organen und Nerven, der Isolierung und Energieversorgung.

Rohfaser
Hierunter versteht man alle unverdaulichen, pflanzlichen Bestandteile. Ein zu hoher Rohfaseranteil erhöht die Kotmenge und deutet auf Verwendung minderwertiger pflanzlicher Ausgangsstoffe hin. Zuwenig Rohfaser oder schlechte Qualität haben Einfluss auf die Resorption von essentiellen Nährstoffen und Auswirkungen auf die Darmflora. Meistens finden wir aber zuviel Rohfaser im Futter, da sie ein billiger Zusatzstoff ist. Der gesunde Hund benötigt nicht mehr als 3% Rohfaseranteil. Sie sind notwendig für eine gute Verdauung, binden Schadstoffe, trainieren die Darmmuskulatur und haben Auswirkung auf eine gesunde Darmflora.

Rohasche
Hier finden wir die Summe der Mineralien und Spurenelemente, aber auch andere Quellen für anorganische Stoffe wie Sand, Federn, Tiermehl, Knochen, Krallen und weitere Verunreinigungen. Ist der Rohascheanteil zu niedrig, ist eine optimale Mineralversorgung fraglich. Ist er allerdings zu hoch wird die Niere überbelastet und auch die Knochen sind betroffen. Mineralstoffe sind an allen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Für den Körper ist der Stoffwechselvorgang sehr wichtig, weil die Mineralstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen sollten. Hier ist auch wieder die Qualität wichtig, da sie sonst dem Körper nur unzureichend zur Verfügung stehen.

 


BARF (biologische Artgerechte Rohfütterung)

Laut Jürgen Zentek, Leiter des Instituts für Tierernährung der FU Berlin, ist es ohne Weiteres möglich, Hunde mit selbsthergestellten Rationen ausgewogen zu füttern. Allerdings muss die Zusammenstellung passen, sonst besteht die Gefahr der Unter- oder Überversorgung an Nährstoffen. Eine bedarfsgerechte Ernährung entsprechend BARF-Kriterien erfordert jedoch vertiefte Kenntnisse zu Futtermittelkunde und Tierernährung. Da solche häufig nicht in ausreichendem Umfang vorhanden sind, wird eine Kontrolle der durch den Tierbesitzer zusammengestellten Rationen durch eine spezialisierte Fachperson empfohlen. Folge fehlerhaften BARFens können Magen-Darm-Probleme einschließlich Verstopfungen und Durchfälle, Zahnfrakturen und Fremdkörpererkrankungen durch Knochen sowie die Möglichkeit der Übertragung verschiedener Krankheiten (beispielsweise Pseudowut, Neosporose und Toxoplasmose) sein.

Eine Untersuchung von 200 Rohfütterungs-Rezepten für gesunde erwachsene Hunde zeigte, dass bei über 90 % von ihnen mindestens ein essentieller Nährstoff nicht in der mindestens empfohlenen Menge enthalten war, über 80 % der Rezepte wiesen mehrere Mängel auf.

Besonders kritisch ist bei der Erstellung von BARF-Rationen die Versorgung mit Calcium, Kupfer, Zink, Iod, Vitamin A und D. Vor allem Junghunde sind empfindlich gegenüber Nährstoffmangel, aber auch -überversorgung. Auch für Tierärzte ist es oft nicht einfach, Mangelzustände zu erkennen, da Blutuntersuchungen („BARF-Profile“) hier wenig hilfreich sind. So wird das Calcium im Blut in engen Grenzen reguliert und Mangelzustände werden durch Mobilisierung aus den Knochen kompensiert. Kupfer wird vorwiegend in der Leber gespeichert und sinkt im Plasma erst bei extremen Mangelzuständen. Zudem gibt es bei einigen Vitaminen und Spurenelementen starke Tagesschwankungen. Am sichersten sind Fehlernährungen daher über die Analyse der Futterinhaltsstoffe zu erkennen.

Durch Verfütterung zu hoher Knochenanteile kann es zu einer Überversorgung mit Calcium kommen. Wird das Futter jedoch nicht bedarfsdeckend ergänzt, kann es zu entsprechenden Unterversorgung kommen. Bei zu eiweißreichen Barf-Rationen gelangt unverdautes Eiweiß in den Dickdarm. Dort wird es durch Mikroorganismen abgebaut, wobei viel Ammoniak und Amine entstehen, was vor allem für Tiere mit alters- und/oder krankheitsbedingt beeinträchtigter Leber- und Nierenfunktion eine Gefahr darstellt. Eine weitere Gefahr stellt die Verfütterung von Schlundteilen mit Schilddrüsengewebe dar, da es durch diese zu Symptomen einer Überfunktion der Schilddrüse kommen kann.

Hat jedoch ein Hundehalter vertiefte Kenntnisse zu Futtermittelkunde und Tierernährung, weiss der genaue Anteil an Calcium, Kupfer, Zink, Jod, Vitamin A, D und Spurenelementen in den Nahrungen sowie den Bedarf von diesen für seinen Hund, wäre das Barfen sicherlich eine sehr gute und gesunde Art, seinen Hund zu ernähren. Mit der Betonung auf "wenn" und dann "wäre"...... Leider ist dies selten der Fall, so dass viele Erkrankungen, Fehlstellungen und Wachstumsstörungen die Folge sind. Bei Junghunden ist dies schon oft im Alter zwischen 1-2 Jahren bemerkbar, vor allem bei grossen Rassen.

Bei Begründungen wie; "ja aber früher assen die Hofhunde auch nur die Resten vom Tisch und wurden trotzdem sehr alt und waren gesund", wird oftmals vergessen, dass "früher" die Hunde noch nicht so hochgezüchtet waren wie heutzutage und dass Fehlernährungen weniger verheerend waren, als es heute bei vielen Rassehunden der Fall ist.

Es gilt also: wer hundegerecht und gesund barfen will, muss sich zuvor beraten und schulen lassen und bereit sein, die Nahrung abzuwägen und die Bestandteile genau auszurechnen.